Hören Sie auf, Ihre Teilnehmer zu langweilen!

Günter Dull über die Zukunft von Meetings

Hören Sie auf, Ihre Teilnehmer zu langweilen!

Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal in einem Meeting gesessen, auf eine PowerPoint-Schlacht gestarrt und sich gefragt, wofür Sie eigentlich angereist sind? Ich habe in 42 Jahren über 4.000 Projekte geplant und realisiert. Formate sind gekommen und wieder gegangen. Aber was gerade passiert, ist der radikalste Wandel, den ich erlebt habe: das Ende des „Frontal-Meetings“.

In modernen Schulen ist Frontalunterricht längst ein Auslaufmodell. Man weiß: Echtes Lernen passiert durch Interaktion. Und was machen wir? Wir muten Geschäftsführern und Marketingleitern immer noch Reihenbestuhlung und „One-to-Many“-Vorträge zu. Was für eine Ironie.

Ein Meeting ist keine Einbahnstraße. Zumindest darf es keine sein. Wenn ich heute für mittelständische Unternehmen plane, stehen drei Dinge im Mittelpunkt:

 

1. Erlebnis vor Folie

Menschen kommen nicht wegen der Informationen. Die gibt es im Intranet. Sie kommen wegen der Energie im Raum, wegen des „Wir-Gefühls“ und wegen Lösungen, die im Dialog entstehen. Menscherlebnis kommt vor Materialerlebnis.

 

2. Technik als unsichtbarer Assistent

Technik gehört nicht auf die Bühne. Sie soll im Hintergrund dafür sorgen, dass sich die richtigen Teilnehmer finden und aus einem flüchtigen Handschlag eine echte Geschäftschance wird. Wer stundenlang mit dem Handy vor einem LED-Screen sitzt und dabei „interaktiv“ sein soll, begegnet niemandem.

 

3. Relevanz statt Routine

Zeit ist die teuerste Währung. Deshalb muss ein Meeting so konkret auf die Teilnehmer zugeschnitten sein, dass jeder mit mindestens einer Erkenntnis nach Hause geht, die er vorher nicht hatte.

 

Und die Alternative zur Stuhlreihe?

Keine Bühne, sondern ein Fishbowl, in dem Ihre Mitarbeiter die Strategie aktiv mitgestalten. Oder ein World Café, bei dem die besten Marketingideen zwischen Espresso und Gesprächen entstehen und nicht im abgedunkelten Konferenzsaal. Marktplätze der Begegnung statt Reihenbestuhlung.

Ein Event ist erst dann erfolgreich, wenn es nicht nur im Kalender steht, sondern im Kopf bleibt. Das ist bei uns bei Dull Entertainment der Maßstab.

Sind Ihre Meetings noch auf dem Stand von 1990 oder planen Sie schon für 2030?

Entwickeln Sie Formate, die Ihre Zielgruppe wirklich erreichen. Nicht solche, die nur die Stuhlreihen füllen.

 

Ausblick: 2030 und danach

Zugegeben, die Technik wird vieles möglich machen. VR-Brillen werden entfernte Teilnehmer so realistisch in den Raum holen, dass der Unterschied kaum noch spürbar ist. Neuro-Events rücken in den Fokus: Räume, die mit Licht, Akustik und Pflanzen die Konzentration der Teilnehmer fördern sollen. Das kann sinnvoll sein. Aber auch hier gilt: Zum echten Erleben gehören alle Sinne und der ganze Mensch. Ein hochoptimierter Raum ersetzt keine Begegnung. Er kann sie nur besser machen.

 

Zum Autor Günter Dull:

Als Eventexperte und Eventsachverständiger hat Günter Dull seit Gründung der Dull Entertainment GmbH im Jahr 1984 über 4000 MICE-Projekte (Meetings, Incentives, Conventions, Events) für mittelständische und große Unternehmen im In- und Ausland kreiert, geplant und erfolgreich realisiert.

Die Dull Entertainment GmbH ist Unterzeichner der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) des Landes Baden-Württemberg und realisiert bevorzugt nachhaltige Events und Meetings in grün zertifizierten Locations, nachhaltigen Städten, mit regionalen Produkten, Dienstleistern und Lieferanten. Ein Nachhaltigkeitskonzept gehört zu jeder Planung dazu.